mein blog und das thema werbung

Gestern ist im Feed-Magazin ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema Gratiskultur und Blogs erschienen, den Ihr unbedingt lesen solltet, falls Ihr es noch nicht getan habt. Das veranlasst mich heute, mal etwas in eigener Sache zum Thema Blog und Werbung zu sagen.

Ich blogge gerne und aus Leidenschaft. Bei mir geht es um alles, was die eigenen Quadratmeter schöner macht und damit sehr häufig auch um Shops und Läden. Denn alles können wir nicht selber machen und, zumindest geht es mir so, wenn ich irgendwo ein tolles Wohnungsbild sehe, dann denke ich häufig – wow, was für ein toller Tisch, Stuhl, Kerzenständer, Schrank von welcher Firma ist der und wo bitte schön kann ich ihn kaufen?

Wenn ich nach Berlin, Hamburg, Paris oder Antwerpen fahre, entdecke ich leidenschaftlich gerne Läden, die sich von der Masse abheben und ganz eigene, tolle Konzepte haben und über die ich dann auch gerne schreibe. Ebenso wie über Ikea und H&M, die zwar nicht klein sind, einfach weil ich die Sachen mag und gerne dort einkaufe. Auch Dawanda und Etsy-Läden habe ich manchmal als Thema, weil es dort tolle Entdecker und Designer gibt über die es sich lohnt zu schreiben.

Nun ist es auch bei mir so, dass ich immer häufiger Anfragen von Unternehmen bekomme, die den Nutzen von Blogs als, ich sag jetzt mal, billiger Multipikator erkannt haben und versuchen diesen für sich zu nutzen. Ich bin so froh über diesen Feed-Artikel, denn ich habe mir auch schon länger meine Gedanken zu diesem Thema gemacht. Da sitzen wohl tatsächlich ganz gewiefte Leute in den PR-Agenturen, die glauben Blogger sind doof und fühlen sich von einem Linktauschangebot oder der Bitte doch einen Artikel über den neuen Shoppingclub zu schreiben geschmeichelt. Im „realen Leben“ würden sie für eine Printanzeige viel Geld bezahlen. Ein Post, den ich schreibe, bleibt lange im Netz, das ist natürlich sehr sehr sehr sehr günstige Pressearbeit. Eigentlich schlau gedacht, aber zum Glück sind wir Blogger ja dann doch nicht ganz so doof, oder? Nein danke, ich möchte nicht für lau den x-ten Post über den tollen neuen Shoppingclub schreiben, nein auch nicht wenn ich einen Gutschein für meine Leser bekomme und nein, auch an einer Linkpartnerschaft für Fussmatten habe ich kein Interesse (ein sehr witziges Antwortschreiben dazu gibt es bei Smilla von anders anziehen).

Doch ab und zu bekomme ich auch Mails von kleinen Start-Up Unternehmen, die sehr nett und freundlich schreiben und tolle Produkte im Angebot haben. Die, so finde ich, haben Unterstützung verdient und so schreibe ich dann auch gerne einen Post. Wie steht es so schön im Feed-Magazin: „Ein funktionierendes Internet besteht aus einem Geben und Nehmen. Einer alleine ist im Netz nichts. Man muss zusammenarbeiten. Sich gegenseitig unterstützen.“ Nur damit Ihr auch mal wisst, warum dann doch der eine oder andere Artikel über einen besonderen Shop hier erscheint. Darum geht es ja auch in meinem Blog.

Und Werbung auf meinem Blog? Ich stecke viel Zeit und Arbeit in die Recherche, das Machen und Bearbeiten meiner Bilder und ja auch in das Feilen an meinen Texten. In erster Linie macht mir das Spaß, aber ich bin auch ehrlich, wenn ich ein bisschen Geld damit verdienen könnte fände ich das auch nicht verkehrt. Hier und da habe ich ja auch schon mal Werbung geschaltet, von Shops und Läden, deren Produkte mir gefallen und die auch zum Thema meines Blogs passen. Und wenn jemand für eine Anzeige in der Sidebar etwas zahlt – warum nicht? Irgendwie müssen meine Reisen ja auch finanziert werden ;-).

So. Und wie steht Ihr zu diesem Thema? Ich bin gespannt!

21 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Liebe Ricarda, Du sprichst mir aus der Seele!! Ich habe zwar erst so 6 – 7 Anfragen erhalten, aber alle abgelehnt, weil ich weder einen tollen Gutschein noch eine Hausnummer oder Ähnliches brauche :-). Ich glaube, dass ich es nur machen würde, wenn ein wirkliches Highlight dafür rausspringt (sagen wir ein schöner Stuhl :-), ja, dann würde ich wohl schwach werden), ansonsten: NEIN DANKE! PUNKT! Liebe Grüße in ein schönes Wochenende

  • Vor 6 Jahren

    Ich kann das auch genau so unterschreiben. Die entsprechende Shoppingclub-Anfrage habe ich auch bekommen und finde sowas einfach nur penetrant und unerfreulich. Schön ist es aber, über kleine, besondere Shops zu schreiben. Über Leute, die ihr Herzblut in ihre Arbeit stecken. Ich hab da auch gerade wieder ein, zwei Dinge, über die ich demnächst berichten werde. Und darauf freu ich mich schon. Wie Bolle. Die haben nicht bei mir angefragt. Wenn ich eine persönliche Anfrage bekomme und die Produkte toll fände, würde ich auch nicht rundweg ablehnen.

    So.

    Danke, dass Dus mal gesagt hast. Zwar nicht das Wort zum Sonntag, aber zum Wochenende.

    Lieben Gruß von
    Marlene

    P.S.: Wie war denn das Treffen? Ich war wirklich traurig, nicht dabei sein zu können… :(

  • Vor 6 Jahren

    Hi Ricarda, super Beitrag – deckt sich gerade mit dem, was ich momentan bei Blogging Your Way lerne. Ich stimme mit deiner Ansicht überein. Mein Blog ist super neu und ich war richtig irritiert, dass ich nach nur wenigen Tagen schon erste Emails mit Anfragen nach Werbefläche auf meinem Blog bekommen hab. Lieben Gruß, Igor

  • Vor 6 Jahren

    Hi! Ich finde den Unterschied zwischen den USA und Europa sehr interessant! In den USA ist es schon lange üblich, thematisch passende Werbung/SponsorInnen am Blog zu haben, teilweise werden neue SponsorInnen auch mit einem Blog-Post vorgestellt (sponsor welcome) und das ist doch voll in Ordnung! Warum nicht bei einem Nähblog Links zu Stoffgeschäften haben? Bringt doch für alle Beteiligten was.

    Was ich auch total oke finde sind Angebote zu Produkt-Tests, wenn sie thematisch passen. In amerikanischen Blogs ist das total üblich: Ein neues Buch erscheint, es gibt eine Blog-Tour, wo an jedem Tag das Buch in einem anderen Blog vorgestellt wird, evtl. mit Interview der Autorin und immer mit Verlosung eines Exemplars für die LeserInnen. Oder auch gerade recht populär sind diese Stoffschneide-Maschinen, wo es Vorstellung und Verlosung gibt. Da sehe ich echt kein Problem, das als Blogerin zu machen, wenn das Produkt passt und ich dahinter stehen kann – das ist natürlich oberstes Gebot!! Und ich glaube nicht, dass die Blogerinnen, die das machen, Geld dafür sehen. Ich denke, dass sich das im Bereich Gratis-Exemplar/Gutschein abspielt. Diese Vorgehensweise ist übrigens auch in anderen Branchen üblich, konkret weiß ich´s von PC-Hardware! Also nicht nur die Bastelmuttis sondern auch die Computerdödel werden über den Tisch gezogen?!?

    Ich sehe das teilweise anders! Das hat auch was mit Online-Communities, der Blog-Kultur, Infos von Vertrauenspersonen … zu tun!

    Versteht mich nicht falsch, diese dubiosen, unprofessionellen Anfragen von irgendwelchen Agenturen lehne ich auch ab! Und ganz klar auch diese „Ihr Artikel wird sogar unter ihrem Namen veröffentlicht“-Aktionen, wo dann andere mit meinen Texten Geld (über Werbung) verdienen!

    Aber professionelle, thematisch passende Werbung und Product Placement – why not? Du schreibst das eh auch, dass du gerne Geschäfte vorstellst, die du magst. Und wenn dieses Geschäft etwas dafür zahlt und das im Blog auch ersichtlich ist (z.b. in deiner Sidebar „Werbung!“) stellt das doch kein Problem dar! Wir wissen, in einem Blog steckt viel Arbeit, warum also nicht was damit verdienen?

    Na gut, heißes Thema!
    lg Selina

  • Vor 6 Jahren

    eigentlich wollte ich jetzt auch gerade lossenfen… aber eigentlich hat selina alles das auf den punkt gebracht, was ich zu dem thema denke! danke, selina…. das spart mir jetzt schon mal eine menge tipperei. ;)

    mittlerweile bekomme ich fast täglich mails mit solchen anfragen und bin oft verärgert, dass man mich offensichtlich für etwas beschränkt hält. gerade wenn es darum geht, was ich für unglaublich tolle vorteile habe, wenn ich jetzt mal für einen appel und ein ei werbung für ein unternehmen mache, dass im zweifelsfall nicht einmal zu mir passt.

    die meisten links, die ich zu shops und seiten setze, sind da, weil ich selbst von irgendeinem produkt, einem shop, restaurant, laden ect. pp. begeistert bin… da fließt absolut kein geld, nur weil ich darüber schreibe. das ist mein privatvergnügen, dass ich mit den lesern teile.

    die „sponsoren“ in meiner sidebar sind handverlesen… alles in allem ist es mir wichtig, dass ich hinter dem, was ich zeige/poste/bewerbe auch selbst stehe. meine MEINUNG kann man generell nicht kaufen und dabei wird es bleiben.

    das bedeutet auch, dass ich schon 1-2 wirklich lukrative koops abgelehnt habe… die passten einfach nicht zu mir. authentizität finde ich jedoch wichtiger.

    wir sollten einfach zu einer bloggerkultur kommen, die in den USA schon lange gang und gäbe ist. jedoch ist geld verdienen, mit etwas, dass einem freude bereitet, in deutschland gern mal verpönt. schade, dass man darüber überhaupt diskutieren muss.

    es bleibt zu hoffen, dass die marketingmenschen, die sich da für unglaublich pfiffig halten, irgendwann lernen, dass wir nicht alle auf den kopf gefallen sind. dafür ist es ganz wichtig, dass wir uns den wert unserer arbeit bewusst machen. spaß hin oder her… tatsächlich verbringen wir stunden mit dem konzipieren und schreiben von blogpostings, die wir dem leser zu seiner unterhaltung gratis zur verfügung stellen. wir fotografieren, teilen recherchierte informationen, geben anregungen und inspirationen, stellen tutorials/rezepte/tipps jeder art zur verfügung und vieles mehr…

    wir bieten mehr als jedes printmagazin, das im übrigen vollgestopft ist mit werbung und keinen stört es… ;)

    ja, wir haben sehr viel spaß dabei! aber das alles kostet zeit und mühe… ist also arbeit, nicht? warum sollte es verwerflich sein, dafür ein paar einnahmen zu verbuchen?

    … interessantes thema, das mich schon lange beschäftigt. ich finde es schön, jetzt mal ein paar meinungen dazu lesen zu können.

    also DANKE für dieses posting! :)

    nic

  • Vor 6 Jahren

    ich finde es voll in ordnung, werbung für kleinere, selbstausgesuchte läden oder einrichtungen zu machen, hinter denen man voll steht und deren angebote man gerne weiterempfiehlt.
    nervig finde ich (gerade auch in amerikanischen oder z.t. auch australischen blogs) diese teilweise endlose aufreihung – womöglich noch animiert – von shops und größeren läden. diese blogs lese ich einfach nicht mehr, weil sie mich viel zu sehr vom eigentlichen thema des blogs ablenken und ich diese vielen bunten bilder einfach nur stressig finde.
    bei stühlen würd‘ ich wahrscheinlich auch schwach werden…
    lieben gruß und schönes wochenende, mano

  • Vor 6 Jahren

    Liebe Ricarda,
    ich bin ganz deiner Meinung!
    Mir gefällt an deinem Blog eben das besonders, dass du vorstellst und zeigst, was du entdeckst und was dir gefällt. Und nicht, weil du dafür bezahlt wirst. Wenn du für die Sachen, die du gerne vorstellst, Geld bekommst – super! So sollte es sein. Und wenn nicht, weil du dadurch vielleicht ein junges Unternehmen unterstützt, das dir zusagt, auch fein.
    Aber sich nicht mehr aussuchen können, was man schreibt und vorstellt, wohinter man womöglich nicht einmal steht, nur um Geld zu verdienen…naja…mein Ding ist das nicht. Und ausnutzen lassen sollte man sich auf gar keinen Fall! Finde sehr gut, wie du das machst! Danke für den Post! Weiter so!
    Alles Liebe
    Dania

  • Für neue, kleine, innovative firmen finde ich „werbung“ vollkommen in Ordnung! Die großen sollten über Ihre „Masche“ kräftig nachdenken und uns nicht für minderbemittelt halten ;)

    LG :)

  • Vor 6 Jahren

    Werbung, darüber habe ich mir auch schon oft gemacht und mal in einem post um rat gefragt. Manchmal stört es mich schon, wenn Blogs überladen sind mit Werbung. Leider geht dann manchmal die Ästhetik verloren (zumindest wenn unter jedem Foto eine Google Anzeige flimmert!!!).
    Grundsätzlich finde ich gegen Werbung, die zum Blog passt, nichts einzuwenden. Häufig ist ja zwischen Empfehlung und Werbung kaum ein Unterschied und wie Nic und Selina schon passend beschrieben haben, gegen eine „Aufwandsentschädigung“ (das klingt doof, aber du weißt sicher was ich meine) hab ich auch nichts!
    Liebe Grüße,
    Kiki

  • Vor 6 Jahren

    @ Mano : genau meine Meinung – die Blinker sind am furchtbarsten…ich finde es soooo schön, wenn ich auf einen „entspannten“ ansprechend gestalteten Blog gelange… und DANKE Dir Ricarda für den Link!!!

  • Vor 6 Jahren

    Eigentlich ist fast alles gesagt, also kann ich eigentlich nur noch ein „Erlebnis“ hinzufügen.

    Ich wurde bislang erst einmal von einem neuen Shoppingclub gefragt, ob ich nicht über sie berichten wolle (mit Verlosung … der super Gutschein, mit dessen Höhe man sich dort nichts hätte leisten können). Grundsätzlich, habe ich geantwortet, gerne. Aber mit meinen Worten und meinen Vorstellungen – sonst werde ich unglaubwürdig. Meine Ideen hat man sich gerne angehört, aber laut Aussage der PR-Dame wäre das dann so in dieser Form nicht möglich.
    Was mein Vorschlag war: eine Wohnstory, die als Format des Shoppingclubs angeboten wird, bei Otto-Normalos zu machen, nicht bei den Von und Zu´s. Denn mit Gräfin Trallala, die sich auf dem güldenen Sofa räkelte, würden meine Leser nichts anfangen können. Dazu wäre kein Budget und keine Menpower da, lautete die Antwort.
    Und ich hab´ mir gedacht „verkackeiern“ kann ich mich alleine. PR und Objektreportagen sind mein täglich Brot als Kauffrau für Marketing und Kommunikation. Und habe abgelehnt.

    Kurz und gut: wenn´s passt, immer gerne. Ansonsten: nein ohne Danke.

    Liebe Grüße,
    Steph

    Herzlichst,
    Steph

  • Vor 6 Jahren

    Ich lese am liebsten Blogs ohne jegliche Reklame. Viele Blogs sind kommerziell ausgerichtet, aber mir sind private Blogs sehr viel lieber. Auch wenn die Werbung passt finde ich es einfach stoerend.

    Bimbi x

  • Vor 6 Jahren

    Spannendes Thema! Zu dem ja eigentlich hier schon alle gesagt ist. Wiederhole aber gerne noch mal, dass ich Werbung auf Blogs auch absolut ok finde. Wenn Sie passt zu dem Inhalt und ansehlich gestaltet ist. Dann finde ich sie sogar eine tolle Ergänzung zu dem sonstigen Inhalt des Blogs und habe so schon viele tolle neue Shops etc entdeckt!
    Danke auch für den Link zu dem Feed Text, super geschrieben!

  • Vor 6 Jahren

    Mein Blog bleibt werbefrei soweit es kommerzielle Werbung angeht. Allerdings liegen in meiner Sidebar ein paar Links drin, die ich selber gut finde. Das ist aber wechselnd und allein von mir bestimmt und auch völlig unentgeltlich. Und hin und wieder berichte ich auch mal über ein Shoppingerlebnis oder ähnliches, aber eher wegen des Erlebten, nicht wegen der Läden.

    Ich bin ganz schnell von Blogs wieder weg, wo ich vor lauter Werbung den eigentlichen Beitrag nicht finde. Wenn Werbung gezielt und sparsam eingesetzt wird, stört es mich nicht, aber in einem Blog hab ich noch nie drauf geklickt, meist nehme ich sie nur am Rande wahr und kann am Ende nicht mal sagen, wofür geworben wurde.

    Ich finde das hier bei dir sehr angenehm und lese ja auch schon lange regelmäßig.

    Grüße! N.

  • Vor 6 Jahren

    Also erst mal; toll, dass du darüber schreibst, bzw, dass dies Thema gerade in diesen Tagen auf diversen Blogs diskutiert wird.
    Zum Beispiel auch bei Jana, die eine ganz einfallreiche Anfrage bekommen hat:

    http://wp.me/pvwAj-3X4

    Ich kann ja sogar noch nachvollziehen, wenn Blogs wie deiner die Aufmerksamkeit von PR Menschen auf sich ziehen, da du eben auch über Produkte, Designs usw schreibst ist der gedankliche Schritt für Firmen nicht allzu riesig, bei dir an der richtigen Stelle für Werbemaßnahmen zu sein.
    (das finde ich bei meinem blog schon immer etwas merkwürdiger, ich schreibe ja nun gar nicht über Dinge diese Art, witzig wäre da ja noch, wenn Partneragenturen sich melden :-) (das ist übrigens ein scherz))

    Problematisch finde ich eben dieses verdeckte Werben – so wie Nic es macht mit ihrer Bannerwerbung ist das schon wieder was anderes. Oder wenn im Artikel ganz offen mit drin steht, dass es sich um Werbung mit Gegenleistung handelt.
    Aber das mit der Gegenleistung ist ja gerade der Punkt; die soll ja bitteschön entfallen, bzw im Mäntelchen der Generosität daherkommen, der zugleich verschleiert, dass Blogger verarscht werden (entschuldigung).

    Deswegen auch die Frage an Igor an dieser Stelle: wurde nach Werbefläche auf deinem Blog gefragt, oder sollte dein Blog die Werbefläche sein? Das ist ja ein himmelweiter Unterschied.

    Mir hat neulich eine Dame einer Pr-Agentur eine mail geschrieben in der sie ganz unumwunden formuliert hat, dass „ihre Kunden nach verdeckten Werbemöglichkeiten“ suchen.
    Da wird dann also die subjektive, persönliche Leserbindung privat geführter Blogs eiskalt genutzt. „AAL“ heist das; Andere arbeiten lassen.
    Und das Thema ist keienswegs neu: 2007 sind so allerlei Artikel dazu verfasst worden.
    So hat Don Alphonso zwar einen anderen Aspekt als Grundlage für die Begriffsfindung AAL genommen, nämlich kostenlosen Content von Bloggern ‚abzugreifen‘:
    http://blogbar.de/archiv/2006/07/13/die-grenzen-des-aal-systems/
    Das ‚Leser‘, also potentielle Werbeziele, abgreifen‘ ist jedoch nur eine weitere Form eines anderen Wirkungskreises.

    Ich habe derzeit auch wieder eine „Content-Anfrage“, bei der die Ansprechpartnerin der Zeitung komplett entsetzt war, dass ich Geld für den Abdruck meiner Fotos haben möchte: „Ich seh das mehr als Geben und Nehmen.“
    Da hätten wir es wieder.
    12 Fotos meines Blogs für eine interne Themestrecke zu drucken ist kein Bericht über meinen Blog mehr, sondern das Verfassen eines Artikels zu eben jenem Thema unter Zuhilfenahme meiner Bilder.

    Ich denke dein Ansinnen Geld zu verdienen mit deinem Blog ist völlig ok, und eigentlich auch nur fair.
    Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie lange es dauert einen Artikel zu verfassen, der sich dann liest, als wäre er mal so eben dahin geschrieben.
    Und das ist ja nur ein Aspekt…

    Mich ärgert die Ausbeuter-mentalität in PR-Cool-Sprech-manier, und mich ärgert tatsächlich auch, wenn ich dann die Artikel auf anderen Blogs lese, die auch mir „angeboten“ wurden.
    Mal abgesehen davon, dass es unfassbar langweilig ist solche Artikel zu lesen, empfinde ich es als naive und kurzsichtige Vorteilsnahme, die Schaden anrichtet.

    Ich habe übrigens such schon mal Werbung gemacht, für die ich nix bekommen habe, zumindest nicht von der beworbenen selbst. Diesen Post habe ich damals „Vom Geben und Nehmen“ genannt.
    Ich hattee damals sehr hilfreiche Unterstützung bekommen für mein Istanbul-Projekt: von größeren Firmen die es sich finanziell leisten konnten.
    Und dann habe ich eben auch jemanden unterstützt; indem ich meinen Blog als Forum geboten habe, um für jemanden Werbung zu machen, der es sich finanziell eben nicht leisten konnte.
    Mal abgesehen davon habe ich mandy einfach auch sehr gerne vorgestellt im Blog.
    http://anders-anziehen.blogspot.com/2010/08/vom-geben-und-nehmen.html
    Geben und nehmen muss ja nicht immer eins zu eins sein.

  • Vor 6 Jahren

    kleiner nachtrag: hatte die ganzen links als direktlink gestezt, aber das ging leider nicht durch…

  • Vor 6 Jahren

    hi,
    jetzt ist schon soviel geschrieben worden, da fasse ich mich mal kurz… ich finde werbung grundsätzlich in ordnung, wenn sie zu dem blog/thema passt. letztendlich bleibt es ja auch dem leser überlassen welche werbung er anklickt oder weiterverfolgt. auch finde ich es in ordnung etwas geld mit seiner arbeit zu verdienen. man bietet ja auch eine menge, wie du ja schon aufgezählt hast. was ich gar nicht mag sind völlig überladene „werbeblogs“, da bin ich gleich wieder weg. ich kauf mir ja aber auch keine zeitung, in der mehr werbung ist als interessante beiträge!
    in diesem sinne,
    liebe grüße,
    wibke

  • Vor 6 Jahren

    Vielen Dank für Eure vielen Kommentare. Ich denke es war wichtig hier mal eine Diskussion anzustossen und es ist sehr interessant Eure Meinungen dazu zu lesen. Ich sehe es auch wie Nic: viele Blogs bieten mehr als die Printmagazine, aber das diese „Leistung“ auch honoriert wird ist noch nicht in der deutschen Bloggerszene bzw. bei den Unternehmen angekommen. Hoffen wir also, das hier ein Umdenken stattfindet. Und ich halte es weiter wie im Feed Magazin geschrieben: Ein funktionierendes Internet besteht aus einem Geben und Nehmen. Und eben nicht nur aus einem Nehmen.
    Viele Grüße an alle
    Ricarda

  • Vor 6 Jahren

    prima Ricarda!!! Wir hatten das Thema ja schon bei FB mal kurz angerissen…;)…und es hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Die großen Firmen übertreiben es in letzter Zeit wirklich sehr mit ihren Anfragen und das Stichwort „Geben und Nehmen“ sagt alles zu diesem Thema aus. Ich habe mich letztens auch breitschlagen lassen…der Shoppingclub lässt grüssen…;)…aber die Philosophie der Firma hat sich an anderer Stelle weniger „kollegial“ gezeigt…war eine einmalige Geschichte…nein, danke … nicht noch einmal…ich hab draus gelernt…;)…und danke euch für eure Gedanken und Erfahrungen…wunderbar…wünsch dir ein gemütliches Wochenende und sei gedrückt…cheers and hugs…i…

  • Vor 6 Jahren

    hallo ricci, guter text , liest sich sehr gut, das feilen lohnt sich :)
    ich mach immer nur „werbung“ für andere blogs. obwohl einmal hab ich ein geschenketest gemacht.
    ich weiß nicht genau, wenn jemand mir ein gutes angebot macht in form von ein geschenk für mich und eins zum verlosen für meine leser, ich glaub wenn es zu mir und meinem blog passt, dann würde ich das gerne machen :) für so große sachen werbung schalten und geld damit verdienen , habe ich keine lust , ist mir zu kompliziert ,blicke ich nicht durch. ich finde an deinem blog auch schön, dass du so viel reist und die läden persönlich besuchst <3

    lg von lu

  • Vor 6 Jahren

    Liebe Ricarda, danke für den Anstoß für diese intressante Diskussion. Sind viele schöne Gedanken dabei, über die ich auch mal nachdenken muss (auch wenn ich noch keine Anfragen hatte ..).

    Liebe Grüße, Sindy

Ich freue mich über einen Kommentar!