eames stühle sind eigentlich klobürsten – über einen artikel in der welt

„Vintage ist die Angst vor dem eigenen Geschmack“. So lautete gestern die Überschrift eines Artikels in der Welt am Sonntag. Der Design-Galerist Clemens Tissi  beantwortete in einem Interview mit der Welt fragen zur Flucht aus der Retro Sackgasse. Erklärte, das die Neuauflage des Eames-Chairs für ihn reine Pornographie ist und aus einem Material hergestellt wird, aus dem Klobürsten gemacht werden. Das alle Eames Stühle kaufen, weil das gerade hipp ist. Das die Möbel der 50er als Inbegriff des Spießertums galten und heute alle Angst haben als Spießer zu gelten wenn sie nicht solche Möbel im Wohnzimmer stehen haben. Die Welt setzte noch eins drauf und erklärte im Teaser das Tine Wittler auf Arne Jacobsen Stühle schwört und bei Ikea Regale entdeckt wurden, die an die Entwürfe von Charlotte Perriand erinnern (weiß hier jemand mehr? Ich finde das sehr interessant…). Den kompletten Artikel könnt Ihr hier lesen.
Der Artikel hat mich nachdenklich gestimmt. Hab ich mir die Eames Stühle tatsächlich nur gekauft, weil sie gerade in sind? Eigentlich nicht, sondern weil ich sie schön finde, sie bequem sind und ich etwas haben wollte das für die Ewigkeit ist. Das mit dem Klobürstenmaterial, da ist schon was dran. Der Stuhl auf dem Bild oben ist noch ein Original, entdeckt in Antwerpen, er sollte 3000 Euro kosten. Und ich hätte ihn tatsächlich lieber als meine Klobürstenreproduktionen.
Tissi erklärte auch das viele Wohnungsbesitzer verkrampft versuchen ihre Wohnung so einzurichten, das sie damit in der „AD“ abgebildet werde. Wohnungen, in deren Bücherregalen Bücher aus dem Taschen Verlag stehen in denen Wohnungen abgebildet sind die genauso aussehen.
Ich mag Eames Stühle, Vintage-Möbel und Designklassiker. Und Ikea. Ich bin also weit davon entfernt mit meinem Haus in der „AD“ abgebildet zu werden. Auch wenn die Massen derzeit auf Vintage stehen (wirklich, die Massen?), ist jede Wohnung und jedes Haus doch ein individueller Ort, der auf seine Bewohner zugeschnitten ist. Aber zugegeben: Eames-Stühle sieht man wirklich immer öfter. Und die noch günstigeren Importmöglichkeiten machen sie tatsächlich zu einem Massenprodukt. Na und? Das ist das Billy Regal schließlich auch!
Wie seht Ihr das? Ich bin gespannt!

36 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Ich habe den Artikel auch gelesen.

    Ich denke, die Massen stehen nicht auf Vintage. Die meisten Leute kaufen ihre Möbel nach wie vor neu im Möbelhaus, viele natürlich bei den großen Ketten oder bei Ikea.
    Es sind zwar innerhalb der Gruppe der „Einrichtungsbegeisterten“ mehr Leute, die sich mit Vintage-Produkten umgeben, als vielleicht vor 10, 15 oder 20 Jahren, aber es ist auf die Breite Bevölkerung bezogen meiner Meinung nach noch immer eine Art Wohnwelt-Subkultur. Man sollte das mal unterscheiden, wenn man von „alle“, „die meisten“ oder „Massen“ spricht.

    Und auch wenn in vielen Wohnungen die gleichen Möbel sind – wen stört das denn? Einrichtungstrends und Möbelstücke, die besonders häufig vertreten sind, wird es immer geben. Jeder kombiniert anders und letzten Endes versucht doch jeder sich sein Zuhause so zu schaffen, dass es für ihn ideal ist und sich richtig anfühlt.

    Bin gespannt, was die anderen sagen. Und meine Klobürste ist übrigens aus Porzellan.

  • Vor 6 Jahren

    Ich finde den Artikel ganz schön überzogen. „Alle Menschen“ sind auf dem Vintage-Trip. Haha, da kann ich echt nur lachen.. Im meinem Umkreis gibt es 60% Möbelhaus-Käufer, 39% Ikea-Käufer und vielleicht 1%, die sich nach Vintage-Sachen umsehen. Ich weiß nicht, woher Herr Tissi seine Informationen bezieht. Wahrscheinlich bewegt er sich größtenteils in solchen Kreisen und hat verlernt über den Tellerrand zu schauen.
     
    Und mal ganz ehrlich: Ich nehm 1000x lieber nen Klobürsten-Eames, als so ne fette hässliche Schrankwand mit Glaseinsatz, wo ich allen meine Gläser und kleinen Kuscheltiere präsentieren muss. Igitt! Wenn das lt. Herrn Tissi besser ist, bitte, soll er doch! Ich würde mir noch immer einen Eames leisten und mich irre darüber freuen.
     
    Ich selbst brauche ewig, bis mir das richtige Möbelstück über den Weg läuft. In der Zwischenzeit hilft IKEA aus. Und dabei gehe ich nicht nach Trends. Bestenfalls lasse ich mich von Trends inspirieren und was mir gefällt und erschwinglich ist, zieht ein. So.
     
    Ich bin also ganz Deiner und Miris Meinung!
     
    Liebe Grüße, Sindy

  • Vor 6 Jahren

    Also ich finde Herrn Tissi etwas versnobt. Wie Miri schon anmerkte, ist Vintage doch noch immer ein Nischen-Ding und nur ein kleiner Teil aller europäischen/deutschen/österreichischen Wohnungen ist so eingerichtet, als wäre sie dem AD entsprungen. Auch wenn man in „unserer“ Blog-Szene meinen könnte, dass eh schon jeder einen Eames-Stuhl zuhause stehen hat.

    Der Großteil der Menschen hat wohl eine Wohnung, wie sie in Einrichtungshäusern wie Ikea, Lutz, Leiner, Kika etc. ausgestellt ist. Aber solche eine Wohnung hat Herr Tissi wohl noch nie gesehen.

    Außerdem finde ich es naiv von Herrn Tissi zu glauben, dass die im AD (und anderen ähnlichen Magazinen) abgebildeten Wohnungen wirklich so aussehen… weil er kritisiert, dass die Wohnungen nicht so aussehen, als würde darin jemand wohnen… Vor dem Fotoshooting wird da wohl noch gründlich aufgeräumt, herumgestellt, Möbel, Bücher, Accessoires etc. werden rein- und rausgetragen, von Stylisten herumgewerkt, perfekt ausgeleuchtet etc. und nach dem Shooting wird noch mal fleissig gephotoshoppt!

    Außerdem gibt’s nun mal Trends und Modeströmungen. In vielen Bereichen, nicht nur beim Einrichten sondern auch bei Kleidung, Essen, Reisen, Sportarten etc. Außerdem werden auch nicht nur Möbel der 50er Jahre kopiert/neu aufgelegt/neu interpretiert .. sondern auch Möbel aus anderen Jahrzehnten. Und was soll dran so schlecht sein, sich von Magazinen und Blogs inspirieren zu lassen, Dinge zu übernehmen etc.?? Es geht doch darum, dass man sich in seinen 4 Wänden wohlfühlt! Also mal nicht übertreiben, Herr Tissi!

  • Vor 6 Jahren

    Ach ja, und außerdem würde ich gerne mal Herrn Tissis Wohnung sehen! Gibts da vielleicht eine AD-Fotostrecke davon? ;)))

  • Vor 6 Jahren

    Ich finde solche Artikel immer sehr interessant! Seit Jahren liebe ich Vintage und wenn dies gerade angesagt ist: Bitteschön. Wenn nicht, werde ich es auch weiterhin mögen :-). Ich denke, dass man sich schon ein wenig von Zeitschriften und Büchern „leiten“ lässt – vielleicht auch unterbewußt, aber ich finde es nicht schlimm. Die meisten Menschen, die ich kenne (die nicht im Blogland und bei sli vertreten sind), richten sich aber fast nur mit Neuware oder Antiquitäten ein. Wie alles, ist dies eine Frage der Betrachtung. Wenn ich jetzt darauf achte, wie oft es Eames Stühle gibt, werden sie mir oft auffallen, weil ich gerade darauf sensibilisiert bin, aber ich denke, dass es viele Menschen gibt, die Eames und Co nicht kennen und sich auch nicht dafür interessieren. So, das war mein „Wort zum Sonntag“. Vielleicht werden in ein paar Jahren die 80er Jahre Einrichtungen „hip“ sein (bitte nicht :-)). Viele liebe Grüße :-)

  • Hallo Ricarda,

    Charlotte Perriand – sehr interessant beim googlen fiel mir zwar kein Regal ins Auge, aber die U-förmigen Tischbeine von ‚vika moliden‘ und der kleine PS Coffeetable ‚karljohan‘ ist unschwer zu identifizieren; unter diesen Gesichtspunkten wird mir ‚der Schwede‘ immer unympathischer – die hatten bisher selber herausragende Designer wie M .Warhammer. K + M. Hagberg etc. Schade…

    Charlotte Perriand gehörte zum Umfeld von le Corbusier, konnte aber wohl aus seinem Schatten nicht so hervortreten. Einlohnenswertes Thema zum weiterforschen…

    vlG Tobias

  • Vor 6 Jahren

    Ms Fisher – in meinem Umfeld ist es ähnlich. Die meisten finden es fast schon verstörend, dass wir keine „zusammenpassenden“ Möbel haben. Also zusammenpassend im Sinne von gleiche Fronten bzw. „So als Set im Möbelhaus gesehen und gekauft“. :) Von Massenvintage und Eames-Flut also keine Spur.

    Der gute Herr Tissi hat wohl wirklich vergessen über den Tellerrand zu schauen und er hat ja selbst auch schon gemerkt, dass er sich wie ein pampiges kleines Kind aufführt, dass schmollt, weil die anderen jetzt auch haben, was es hat.

  • Vor 6 Jahren

    Ich habe auch eher nicht den Eindruck, dass die Masse auf vintage steht. Es gibt schon einige, die versuchen, ihre Wohnung nach Katalog zu gestalten oder aber gar nicht zu gestalten – beides wohl eher aus Mangel an Können und eigenem Geschmack. Bei allen anderen kommen Inspiration und Individualismus zusammen und bilden eine schöne Mischung. Und wenn man einen Stuhl schön und bequem findet, aber leider nicht das nötige Kleingeld für das „Original“ hat, dann ist das „Klobürstenmaterial“ für mich völlig in Ordnung – solange er nicht wie eine Klobürste aussieht ;-)
    Liebe Grüße! Sonja

  • Vor 6 Jahren

    Also man muss es ja mal vielleicht so betrachten: Herr Tissi hat einen scheinbar guten Geschmack – denn er muss sich ja in einer Bloggerszene umgeschaut haben, die den Vintage-Style liebt. Und hat vielleicht noch in ein paar Zeitschriften geschaut, deren Redakteure vorher u.a. ebensolche Blogs angesehen haben um das Thema dann als interessant und lesenswert einzustufen und in die Zeitschriften gebracht haben. So weit, so gut.

    Was mir allerdings nicht schmeckt ist, dass grundsätzlich jemand meint, einen Einrichtungsstil kritisieren zu dürfen. Das ist doch wie mit Getränken, Klamotten, … Wenn es mir nicht gefällt, dann schaue ich eben nicht hin (… Herr Tissi). Hat er das Prinzip nicht verstanden? Es wird immer Trends, Mode, welchselnde Einrichtungstile und Entwicklungen geben. Und jeder wird in irgendeiner Form inspiriert – es sei denn, er lebt in einem dunklen Karton.

    Aber wahrscheinlich verdient Herr T. sein Geld damit, Meinungsmache zu betreiben, Kontroversen anzustoßen.
    Aber: wie, wo und warum ich mich inspirieren lasse und einrichte, kleide, frisiere …, ist immer noch mein Ding. Wenn ich einem Trend folge, dann weil er mir gefällt.

    Meine Klobürsten-Stühle sind übrigens der Kracher. Sollte ich noch zum Großverdiener werden, kaufe ich noch einen (oder zwei?) 3.000 EUR-Stühle dazu.

    … ich könnte hier noch Stunden weiter schreiben … aber ich glaube Ihr versteht, was ich ausdrücken will.

    In diesem Sinne herzlichste Grüße,
    Steph

  • Vor 6 Jahren

    Ach, immer her mit den Klobürstenstühlen ;o) Herrlicher Name…das kann ich jetzt wahrscheinlich nie wieder vergessen und werde somit bei allen Wohnungsbesuchen in mein Taschentuch schmunzeln..Auch hier in der Stadt viel Eames und Style bei allen Bekannten und Freunden…aber Wohnung Stylen ist hier in NL generell hoch im Kurs..schon jahrelang…nicht für nichts gibt es hier die einschlägigen Wohnmagazine..und um mich herum genügend Leute, die Klobürstenstühle ihr eigen nennen…sah ich doch neulich sogar meinen ganz persönlichen Traum…ich konnte mich grad noch zusammenreißen, und nicht unter dem Eggchair zu krabbeln, ob es ein „echter“ war *lach*
    Ich persönlich liebe auch Ikea, Retro ..gemischt mit einigen Familienstücken (mal mehr, mal weniger schön *räusper*)…und denke auch über den Anschaff eines (!!!) Klobürstenstuhls nach ;o)
    Groetjes uit Amsterdam,
    Maren

  • Vor 6 Jahren

    Ich glaube, er bezieht sich auf eine ganz bestimmte Klientel (die er einfach nicht mehr „ab“ kann). Die er so satt hat und von diesen Leuten möchte er sich distanzieren. Berufsbedingt hat er aber auch keinen Blick für die tatsächlich gelebten „Wohn-Vorlieben“ in der ganzen Breite.
    Und irgendwie ändert sich auch ständig der Geschmack (wie auch bei Herrn Tissi), mal mit dem Zeitgeist, mal etwas vorne weg oder auch mal hinterher.
    So ist es zumindest auch bei mir.

    Spannend wäre doch mal zu wissen, warum er sich zu diesem Thema so in dieser Länge auslässt. Was schwingt da mit? Will er sich grundsätzlich über die Einrichtung und den Geschmack von anderen Leuten abheben?

    Viele Grüße und super Thema!!
    Ines

  • Vor 6 Jahren

    oh, ein selbsternannter „design-galerist“ (was is’n das überhaupt??)!
    nach diesem artikel bin ich aber besonders froh, dass ich auch eine „klobürste“ habe! und diverse ikea-teile, geschenktes, geerbtes, gefundenes, selbstgebautes, ebay-ersteigertes. ein bunter misch-masch, in dem ICH mich wohlfühle und nicht ad-leser. eames für alle!

  • Vor 6 Jahren

    Liebe Ricarda, dass du den Artikel zur Diskussion stellst, finde ich großartig. Ich habe ihn aus Zeitgründen nicht gelesen, finde aber solche Artikel, die selbstredend immer zu- oder auch übergespitzt und provokant sind, klasse! Sie regen nämlich zum Nachdenken und Reflektieren an. Ganz gleich, ob Vintage nun zum Massenphänomen geworden ist oder nicht (in bestimmten eher Gesellschaftsgruppen ist es das m.E. in der Tat, wie allein die Spannbreite der Wohnmagazine zeigt, die meinem Eindruck ausnahmslos Eames Chairs im Repertoire haben), finde ich es wichtig, dass mich jemand in meiner schönen, heilen Wohnwelt mal piekt und ärgert und die Selbstverständlich meines Handelns durchbricht. Am Ende darf ich meine Eames-Stühle und meine Ikea-Stücke umso mehr lieben und mir mit einem selbstironischen Lächeln eingestehen, dass ich halt immer auch ein Produkt des Zeitgeistes bin. In diesem Sinne eine schöne Woche! Herzlich, MiMa

  • Vor 6 Jahren

    wer oder was ist schon individuell? mir scheint das ganze eher eine werbestrategie – berühmt durch provokation. jedenfalls verhält herr tissi sich in seiner rolle genauso wenig individuell, wie alle anderen (ein erster blick auf seine seite lässt noch vor dem lebenslauf auf den architekten tippen – und noch vor dem blick auf ein foto von ihm vermutet man das obligatorische schwarz plus schal … schon komisch:) … natürlich finde ich es auch schade, wenn klassiker billig nachgemacht werden, original ist immer wunderbar, aber bei vielen war es ja gar nicht ursprünglich sinn und zweck, teuere einzelstücke herzustellen, sondern oft etwas gerade für die masse erschwinglich zu produzieren. im übrigen sollte man sich davon befreien, seinen wohnstil nur nach der vorgabe der individualität zu gestalten, sondern nach dem, womit man sich wohlfühlt – und wenn man mit seinen möbelstücken lebt und kein museum aufbaut, dann ist es am ende doch egal, ob es ursprünglich ein ikeastuhl war – was zählt, ist doch meine erinnerung, die ich mit diesem möbelstück verbinde! nur so bekommt ein stück holz/stoff/plastik/metall doch eine seele … (allerdings muss ich hier noch ergänzen: wenn ich ein möbelstück lange angeschmachtet und mir irgendwann vielleicht geleistet habe, hat es natürlich mehr potential, zu etwas besonderem in meinem leben zu werden, als vielleicht der genannte ikeastuhl, den man auch mal kauft mit dem wissen, ihn in ein paar jahren wieder rauszuschmeißen :)

  • Vor 6 Jahren

    Also als allererstes wundert es mich, das angeblich jemand, der hochgradig Ahnung haben soll in der „Welt am Sonntag“ schreibt (tut mir leid, mag auch ein Vorurteil sein- aber Bildniveau ist eben Bildniveau) ;-)

    Zum Thema an sich: ich erlebe es auch zu 100% nur in der virtuellen Welt, dass jemand Vintage mag. Ich habe nicht einen Bekannten, Verwandten, Freund, der sich „gebraucht“ einrichtet. Im Gegenteil sagen viele in unserer Wohnung, dass sie es überhaupt nicht verstehen können, wie man auf einem Sofa aus den 60er Jahren entspannt fern gucken kann. Für viele hat das sogar einen Eckelfaktor, weil : gebraucht? Niemals!

    Zu den Eames-Stühlen: ich liebe diese Stühle. Ich liebe sie sehr. Trotzdem habe ich persönlich keinen. Das liegt schon zu 0,02 Prozent daran, dass ich immer , wenn ich kurz vorm Warenkorb abschicken bin denke, dass diesen Stuhl fast alle „Vintage-Menschen“ zuhause stehen haben. Aber das ist meiner Meinung nach kein „Manko“. Überhaupt nicht! Die restlichen Prozent vereinen sich dann wirklich aus den Gedanken „warte ab, vielleicht hast du nochmal Glück aufs Orginal“ und „eigentlich willst du jetzt rund 100 Euro (oder etwas weniger) nicht für einen Stuhl ausgeben“ , weil ich jemand bin, der sich schwer tut, einen Eames zwischen 3 orangen Stapelstühlen (die derzeit unsere Esstisch-Stühle sind) zu präsentieren.

    Und last but not least: selbst WENN Vintage wieder total „in“ ist, kann ich mich doch ganz einfach drauf verlassen, dass Leute, deren Wohnungen nur wegen des In-Faktors so eingerichtet sind, in spätestens 5 Jahren wieder ganz anders wohnen. Deshalb: könnte mir nix egaler sein! :-)

    Liebe Grüße

  • Vor 6 Jahren

    Liebe Ricarda,
    mit dem Ausdruck deiner beiden Posts über Berlin unter dem Arm habe ich mich zu einem Kurztrip nach Berlin aufgemacht. Deine Tips haben mir sehr geholfen und es hat Spass gemacht auf deiner Fährte zu wandeln.
    Ich soll dich recht herzlich von der netten finnischen Dame aus dem Laden Hot::Cold aus Schöneberg grüßen.
    Von mir auch noch mal einen lieben Gruß und vielen Dank für die nützlichen Tips,
    Betti

  • Vor 6 Jahren

    Vielen Dank für den Link und deinen kritischen Beitrag.

    Ich muss ja gestehen, dass ich schon lange unbedingt solche „Klobürstenstühle“ haben will. Aber mit Sicherheit nicht aus Angst also Spießer oder was auch immer zu gelten, wenn ich nicht die passenden Stühle habe. Der einzige Grund warum ich keine habe, ist dass ich nicht mal eben um die 1200 € für 4 Stühle übrig habe…

    Herr Tissi muss unter der Kundschaft seiner Vintage-Design-Galerie ja ganz schön gelitten zu haben…und ich frage mich, schon wie er das überhaupt so lange ausgehalten hat!? ;-)
    Aber immerhin scheinen ja gerade diese Kunden im treu zu bleiben… Wer sonst könnte sich einen Hocker aus MDF für fast 500 € leisten? Ach ja, ich vergaß 500 € ist ja fast nichts nach Herrn Tissi…
    (Aber ich mag ja auch Kitsch ;-))

    Ich denke, Herr Tissi und ich kommen in diesem Punkt nicht wirklich auf einen Nenner. Immerhin versteht er es auf sich aufmerksam zu machen und scheint damit sehr viel Erfolg zu haben.

    Obwohl ich ihm auf der anderen Seite auch zustimmen muss. Ich finde es auch sehr traurig, wenn Menschen versuchen sich genauso einzurichten wie es in Wohnzeitschriften oder Büchern gezeigt wird nur weil es gerade angesagt ist so zu wohnen. Und ich musste schon etwas schmunzeln über den Satz: Da stehen immer nur Coffee Table Books aus dem Taschen Verlag, in denen dann im Zweifel schon wieder Wohnungen zu sehen sind, die genauso aussehen. Da ist schon auch etwas Wahres dran…gerade in der Blog-Welt gibt es schon auch Trends, (einige davon gefallen mir auch, andere weniger) die ich nach einiger Zeit einfach nicht mehr sehen kann.

    Jeder sollte sich so einrichten und so wohnen, wie er sich wohlfühlt und nicht danach, was gerade in ist oder danach nach dem Geschmack des Besuches (ob virtuell oder real). Egal ob Vintage, Reedition, Kitsch, Louis-XIV.-Möbel aus Pressspan oder die gute alte Eiche-Rustikal-Wohnwand. Aber manchmal erfordert es eben auch etwas Mut seinem eigenen Geschmack zu folgen…

    (Allerdings nehme ich auch an, dass die meisten der Wohnungen von denen Herr Tissi spricht sowie nicht von den Besitzern selbst eingerichtet wurden, sondern eben von Design-Galeristen o.ä. und somit es auch nicht sonderlich verwunderlich ist, wenn diese Wohnungen alle ziemlich gleich aussehen…)

    Vielen Dank für das interessante Thema,
    liebe Grüße

  • Anonymous
    Vor 6 Jahren

    Mal abgesehen davon, dass nur ein person in meinem freundeskreis mit dem namen Eames etwas anfangen kann und alle anderen den Namwn VITRA nur kennen, weil ich dort vergangene Woche ein Bewerbungsgespräch hatte (leider den Job nicht bekommen habe), so möchte ich bahaupten, dass der Rest auch nur bedingt etwas mit Vintage anfangen kann. Ich kenne eine Person, die irgendwie im Vintage Mix eingerichtet ist und die andere eig. nur ausgewählte Stücke. Der Rest ist bei XXXXXXLirgendwas, oder eben den anderen Ketten unterwegs.
    Mal ganz abgesehen davon, alldiejenigen die meiner man kauft bei Eames ein Stück Plastik liegen falsch. Man kauft ein Stück nachhaltige Geschichte. Ein Lounge Chair schaut auch noch heute so aus, als wäre er gerade gestern designt worden. Das ist ein nachhaltiges Möbelstück, das GENERATIONEN überdauern kann. Ein billy schafft das leider nicht.

  • MJ
    Vor 6 Jahren

    Ich glaube nicht, dass die Massen auf Vintage stehen.

    Ich glaube einfach, dass jeden Tag, Monat, Jahr eine „andere Kuh durchs Dorf getrieben wird“ – die Leute werden ständig für Dinge die es bereits lange gibt – aber bisher keine Priorität hatten sensibilisiert. Beispiel guter Kaffee… irgendwann kam der Moment, da war Filterkaffee nicht mehr gut genug, es musste Starbucks Kaffee bzw. zuhause gute eine gute Maschine sein. Ich glaube das gleiche haben die zahlreichen Einrichtungssendungen im Fernsehen ausgelöst – die Massen für Einrichtung sensibilisiert… und Jeder, der es sich leisten kann möchte halt „Designerteile“ haben und hier wird natürlich erst mal eher zu den vermeintlich günstigen Varianten für 400 Euro gegriffen – und schon hat man eine Wohnung mit Designelementen ;-)

    MJ

  • Vor 6 Jahren

    hallo liebe ricci,
    das billyregal kostet aber viel weniger, da kann man das mit der masse eher verkraften ;)

    aus dem grund weil ich mich grad an den eames stühlen satt gesehen habe, habe ich mir einen neuen nächsten stuhl ausgesucht. das mit dem material sagte uns eine antikmöbelverkäuferin in münchen auch und man sieht den unterschied wirklich, aber 3000 euro ist ja wohl übertrieben. manchmal ist es gut wenn man sich sachen nicht sofort kaufen kann, man überlegt es sich mehrmals. aber ich glaube ich möchte nach wie vor irgendwann einen eames stuhl haben, aber als nächstes möchte ich lieber den hier haben, ist für draussen und drinnen und ich gebe zu den nicht nur wegen seiner schönheit haben zu wollen sondern weil ich ihn noch nicht oft gesehen habe. wie gefällt der stuhl dir ? hier der link http://www.connox.de/kategorien/outdoor/garten-sitzmoebel/arper-leaf-stuhl.html

    das thema hatte ich neulich auch mit philuko:)

    lg

  • Vor 6 Jahren

    ach mir würde es schon ausreichen in ner kleineren wohnzeitschrift abgebildet zu sein, AD da würde ich im traum nicht dran denken ;)

  • Anonymous
    Vor 6 Jahren

    ich glaube schon, dass Vintage in ist! Schaut euch doch mal um: in jedem halbwegs hippen Café stehen Nierentische, Retro-Couches etc. .. Wer hat vor 10 Jahren nach „dänischem Design“ geschrien? Niemand. Skandinavisch war gleichbedeutend mit IKEA.
    Das ist im Möbelbereich doch wie in der Mode, oder woher kommt der plötzliche Erfolg von Labels wie woodwood, Vibskov oder Minimarket? Skandinavisch ist in, retro ist in, oder warum möchten alle plötzlich Omas geblümte Tassen im Schrank? Oder Kinderbettwäschen-Kissenbezüge?

    Das ist ja ansich nicht schlimm, aber ich finde es gut, wenn ein Artikel da mal in das eigene Dilemma piekst und aufzeigt, dass man selbst eben auch trendbestimmt ist! Ob es nun Massen sind, die das mögen ist im Prinzip sekundär, denn es geht ja um die bestimmte Klientel, in der das Trend ist.
    Und dass man die Langlebigkeit oder Geschichte des Stuhles schätzt – was bei mir der Fall ist- täuscht nicht wie bereist erwähnt darüber hinweg, dass diese Produkte für die Massen gedacht waren und heute ein Luxusprodukt sind.

  • Anonymous
    Vor 6 Jahren

    Anon 12:24, ich schliesse mich dir an. Ich hätte gerne einen Eames Chair und habe eine geerbte Bauhaus-Liege im Wohnzimmer (ob echt oder Reproduktion, wer weiss das schon), die Thesen kann ich dennoch nachvollziehen. In meiner Umgebung sieht das ähnlich aus und viele Bekannte wünschen sich die gleichen Retro/ Vintage-Stücke, um die Ikea-Basics individueller zu machen und dann doch wieder die gleiche Einrichtung zu haben, wie die Nachbarn. Ich glaube, dass Herr Tissi naiv glaubt, die AD-Wohnungen sehen im echten Leben so aus, aber Leser werden ihre Wohnung nach der Lektüre doch durch diese designte Brille sehen, danach streben und nach der realen Wohnung, wie sie mit rumpeligen Fernsehdecken, gemütlichen Hausschlappen und 08/15-Taschenbüchern aussähe.
    Es ist doch der Wert solcher Artikel zu überspitzen, damit wir uns fragen, ob uns beispielsweise der Design-Klassiker wirklich gefällt, weil wir ihn schön finden oder nur weil der ein Design-Klassiker ist. Würden wir ihn zum ersten Mal und ohne Geschichte sehen – würden wir in dann auch aussuchen oder ist es nur seine „Aura“. Und bedeutet das dann, dass uns uns irgenwann möglicherweise tatsächlich die Schrankwand und der schwarz lakierte Fliesentisch für’s Wohnzimmer gefallen könnte, wenn sich das Blatt irgendwann wendet und diese für klassisch und gut befunden werden?? Gut, um über die eigene Wahl nachzudenken – und dann doch wieder alle wohnen lassen, wie sie mögen! Und sich nicht über mögliche Hipster ärgern, die meinen, schon wieder einen Schritt weiter zu sein als die „Masse“ und über ältere Klassiker lästern.
    Lg Carolin

  • Anonymous
    Vor 6 Jahren

    Sorry, einfügen bitte: …ich glaube natürlich NICHT, dass Herr Tissi glaubt… und die Leute NICHT nach den rumpeligen Wohnung streben. Habe heute offensichtlich ein Problem mit negativen Ausdrücken ;-)
    Carolin

  • Vor 5 Jahren

    wow .. its fantastic .. thank you
    this is my first visit for this blog but i will follow it :)

  • Vor 5 Jahren

    its amazing

  • Vor 5 Jahren

    nice

  • Vor 5 Jahren

    its fantastic . thank you very much

  • Vor 5 Jahren

    i love your pretty tastes :)

  • Vor 5 Jahren

    you have great ideas and great blog

  • Vor 5 Jahren

    thank you for sharing this post with us

  • Vor 5 Jahren

    it’s simple and comfrtable

  • Vor 5 Jahren

    Charles und Ray Eames Stühle Entwürfe sind mein Favorit. In all seinen schönen Design rocking liebte vor allem in meiner Familie. Nizza-Sharing über diese schönen Designs.

  • Vor 4 Jahren

    it’s very comfortable chair types, i like to use it in my interior

  • Vor 3 Jahren

    I like this useful article, thank you so much for sharing it with us

Ich freue mich über einen Kommentar!