kuscheliges einkaufen – zu besuch bei balloni

Ich hatte Euch ja einen Post über Balloni in Köln versprochen. Leider durfte ich dort nicht fotografieren. Also habe ich mal die Atmosphäre auf mich wirken lassen und die Menschen dort einfach beobachtet. 

Die Tür schwingt auf. Eine junge Frau kommt herein, sie schiebt einen Kinderwagen mit einem quengelnden Kleinkind, zwischen Schulter und Ohr klemmt ein Handy. Während sie spricht, schiebt sie mit einer Hand den Kinderwagen, der Blick jedoch ist nach unten auf die Tische gerichtet, auf die bunte, kuschelige Weihnachtswelt bei Balloni. Im Hintergrund läuft „Driving home for christmas“ von Chris Rea, von den Decken hängen gestrickte Lampen. Überall brennen Kerzen. Ein älteres Ehepaar kommt herein. Bis auf die beiden befinden sich nur Frauen im Laden. Alle haben die Köpfe nach unten gerichtet, um die Dekorationsartikel auf den Tischen in Augenschein zu nehmen. In der Stoffecke verlangt eine Dame nach einer glitzernden, roten Girlande. Eine Mitarbeiterin geht ins Lager, um nach der gewünschten zu schauen. Sie kommt mit einer roten Girlande zurück, ohne Glitzer. „Letztes Jahr in Paris, da hingen die mit Glitzer überall!“, tönt die Kundin. Trotzdem nimmt sie die Girlande auch ohne Glitzer. Das Ehepaar geht inzwischen von Tisch zu Tisch. Auf über 500qm verteilen sich Weihnachtsartikel, Stoffe, Bänder in allen Farben, Kerzen, Glas und Papier. Und natürlich Ballons, in allen Farben und Größen. Eine Mitarbeiterin steht bei den Kerzen. Eine Kundin möchte eine schmale Kerze in braun. „Gehst Du mal bitte im Lager gucken?“, bittet sie eine Kollegin. „Ich hätte die Kerze auch gerne, aber in grau!“ ruft eine junge Frau, die in Begleitung einer Freundin da ist, ihr hinterher. Doch die Kollegin kommt mit leeren Händen zurück. „Wir bekommen die Kerzen wieder rein, aber nicht vor dem ersten Advent.“, erklärt sie.

Das Ehepaar ist inzwischen in der Mitte des Ladens angekommen. Die junge Mutter steht immer noch telefonierend bei den Dekorationsartikel rund um den Kindergeburtstag. Das Kind im Wagen quengelt.

Eine studentische Aushilfskraft versucht sich an einem Adventskranz. Adventskränze aus Tannengrün sind allerdings in diesem Jahr eine Ausnahme.  Die Kränze sind überwiegend gestrickt oder mit Stoff umwickelt. „Die Lampen haben wir auch selbst gestrickt.“, erklärt mir eine Mitarbeiterin und zeigt nach oben. „Eine Kollegin kann toll stricken, eine andere hat die Bommel gemacht.“

„Lila ist auch sehr schön!“, sagt eine junge Dame zu ihrer Mutter. „Hm.“, antwortet diese etwas skeptisch. Die beiden schlendern zum nächsten Tisch. Das Ehepaar ist inzwischen bei den Ballons angekommen. Die beiden blättern in einem Katalog. „Den Flamingo gibt’s auch als Luftballon. 71 cm, das ist schon groß.“ „Das kannste doch bestimmt auch im Internet bestellen, ne?“, fragt der Mann. „Warste noch nie auf der Seite?“ „Nein.“, antwortet die Frau. „Ich glaub Dein Computer war das letzte Mal 1998 an.“, stichelt er. Sie gehen weiter.

An der Kasse stehen zwei junge Männer. Sie wollen eine Helliumgasflasche ausleihen und sie in der Bahn transportieren. „Davon würde ich Euch abraten.“, sagt der junge Mann hinter der Kasse. „Damit werdet ihr garantiert kontrolliert oder mehr. In Terrorzeiten ist das nicht so einfach.“ Die beiden Männer beginnen zu diskutieren.

Das Ehepaar steht vor dem Regal mit den Weihnachtskugeln- und anhängern. Die Frau nimmt einen grünen Baum in die Hand. „Passt auch zur Gurke.“, sagt er. Sie lacht.

An der Kasse wird es voller. Auch die junge Mutter hat sich in die Schlange eingereiht. Das Handy hat sie jetzt nicht mehr am Ohr. Das Kind quengelt immer noch. „Ja, was ist denn mit dir los?“ fragt der Mann hinter der Kasse freundlich. „Er ist müde.“, antworte die Frau genervt. „Na da hab ich aber gleich was schönes für Dich!“, säuselt der Verkäufer. Kassiert und füllt einen bunten Ballon mit Hellium. Das Kind quengelt trotzdem. Die junge Mutter bedankt sich. Sie geht Richtung Ausgang. Die Tür schwingt zu.


4 Kommentare

  • Vor 7 Jahren

    Tja, der ganz normale Vorweihnachtswahnsinn – ich sag’s ja immer, da brauchst du keinen Fernseher.

    Grüße! N.

  • Vor 7 Jahren

    Gestrickte Adventskränze scheinen in diesem Jahr wirklich der Hit zu sein. Liebe Grüße und schönes 2. Adventswochenende, Sabine

  • Vor 7 Jahren

    Gut beschrieben, man sieht es fast vor sich…. ach was nicht „fast“….
    vor dem inneren Auge sind die Szenen deutlich zu sehen!

  • Vor 7 Jahren

    Schön blöd das du keine Fotos machen durftest… Das Geschäft hat mir sehr gut gefallen. Eine gute Adresse in Köln. Einen schönen 2. Advent wünsche ich dir. Liebe Grüße

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